Bedürfnisse sind Grundlage unseres Handelns

Fast überall stolpern wir mittlerweile über den Begriff „Bedürfnis“ und so ziemlich jeder hat, denke ich, eine Vorstellung davon, was Bedürfnisse sind. Meiner Überzeugung nach sind sie der Ausgangspunkt unseres Handelns, denn Bedürfnisse machen sich bemerkbar. Oft fällt es uns das dann auf, wenn sie nicht gut erfüllt sind, denn damit einher gehen oft negative Verhaltensweisen.

Im Laufe unseres Lebens haben wir uns Strategien angeeignet um unsere Bedürfnisse aufzufüllen. Nicht selten sind diese lang eingeübten Verhaltensweisen gar nicht so produktiv und bringen – meist in zwischenmenschlichen Beziehungen – diverse Problematiken mit sich.

Negative Verhaltensmuster

Die Erkenntnis darüber, dass hinter „negativen“ Verhaltensmustern unerfüllte Bedürfnisse stecken war für mich einleuchtend und bedurfte keiner großen Recherche. Was sich jedoch als problematisch herausstellte war das Bedürfnis hinter dem Verhalten zu entdecken.

Ich beschäftigte mich daher erstmal eine ganze Weile mit dem Begriff „Bedürfnis“ und suchte nach einer für mich passenden Auflistung von Bedürfnissen. Diese fand ich im World Wide Web natürlich zahlreich und stellte mir eine eigene Liste zusammen.

Um nun herauszufinden, welche meiner Bedürfnisse aufgefüllt werden wollen, ging ich die Liste durch und spürte bei jedem Bedürfnis in mich hinein. Ich hakte ab, wenn sich alles gut anfühlte und machte Kreuze wo ich eine körperliche oder emotionale Reaktion feststellte. Diese Bedürfnisse schaute ich mir anschließend nochmal an und nahm mir am Ende die drei von ihnen genauer vor, bei denen ich eine starke Verbindung zu meinem Verhalten wahrnahm.

Bedürfniskarten

Um nicht immer wieder eine neue Liste zu machen druckte ich mir irgendwann „Bedürfnisskarten“ aus und wenn ich mal wieder versuche mein Bedürfnis hinter einem bestimmten Verhalten oder anhaltenden Phasen der Unzufriedenheit zu finden, nehme ich die Karten zur Hand und sortiere sie auf 2 Stapel – „Nein – spricht mich nicht an“ (das Bedürfnis scheint erfüllt zu sein) und „Ja, da pikst was“. Dann nehme ich mir den 2. Stapel so oft vor bis ich 3 Bedürfnisse rausgefiltert habe – das sind dann die, welche am dringendsten aufgefüllt werden wollen – und schaue nach Strategien diese Bedürfnisse zu erfüllen.

Und weil ich das so wunderbar effektiv finde, möchte ich diese Art an Bedürfnisse zu gelangen gern mit Dir teilen. Dazu habe ich den Karten ein komplett neues Design verpasst und in eine PDF-Datei gezaubert.

Wenn Du  magst, darfst Du diese gern herunterladen, ausdrucken und Deine Bedürfnisanalyse durchführen.

 

Strategienfindung zur Bedürfniserfüllung

Nachdem ich nun die Bedürfnisse entdeckt habe schreibe ich alle Strategien auf, welche ich zur Erfüllung dieser Bedürfnisse nutze und schaue, welche davon ich ersetzen möchte. Nun sammel ich – unabhängig davon ob ich sie umsetzen kann oder nicht – alternative Verhaltensmöglichkeiten um meine Bedürfnisse aufzufüllen. Diese Strategien gehe ich ebenfalls durch und bewertete sie danach ob sie für mich passend sind oder eher nicht.

Um neue Strategien zu finden schaue ich wie andere Menschen sich verhalten, frage im Freundes- und Familienkreis und lese Bücher/Artikel von Menschen die für mich in ihrem Verhalten ein Vorbild darstellen. Zudem reflektiere ich – mittlerweile automatisch mehrfach täglich – mein Verahlten und meine Gedanken, was mir hilft schneller zu erkennen wenn Situationen „brenzlig“ werden. Leider gelingt es mir nicht immer die Notbremse zu ziehen – dazu schreibe ich die nächsten Tage nich einen kleinen Beitrag – jedoch ist dies heute kaum noch mit Schuld- und Schamgefühlen verbunden, so dass ich nicht mehr anhaltend unter Stress stehe und damit noch schlimmere Situationen entstehen. Früher haben sich Wutausbrüche und die damit verbundenen Schuldgefühle über mehrere Tage oder auch Wochen gezogen und sind fast immer in depressiven Phasen geendet.

Heute gibt es immer noch Tage oder auch Wochen wo es nicht so toll läuft, wo sich (Selbst)Zweifel einschleichen, die Gedanken ins Negative rutschen und Mich alte Verhaltensmuster besuchen. An diesen Tagen hilft Mir immer wieder Mein Vertrauen. Manchmal braucht es eine laute klare Ansage von Mir selbst um nicht im alten Trott stecken zu bleiben und manchmal braucht es eine liebevolle Selbstumarmung, ein Verzeihen und annehmen was sich da gerade zeigen möchte.

Immer wieder stelle Ich fest, wie viele positive Strategien Ich Mir bereits angeeignet habe um schwere Zeiten zu überstehen. Manch nicht mal bewusst.

Eines was Mir tatsächlich erst die letzten Tage klargeworden ist, dass Ich NIEMALS allein da durch muss! Ich darf Mir IMMER und so oft es nötig ist und sich gut anfühlt Unterstützung von außen holen. Denn erst wenn Mein Gehirn den Stress los ist, kann es wieder effektiv und lösungsorientiert seine Aufgaben erfüllen!

So gönnen Ich Mir also Tage an denen Ich durchs Fernsehprogramm zappe, auf Netflix hängenbleibe, Mit Freunden rede und Mir ganz unverblümt positives Feedback zu Meiner Person einholen! 💜 Ich suche Mir Vorbilder, Menschen die positive Energie ausstrahlen und gehe in Austausch mit Mir selbst.

Wenn Du fühlst, dass Du Dir Begleitung wünschst, jemand der sich gemeinsam mit Dir Deine individuellen Themen anschaut, dann melde Dich sehr gern per Email unter individualitaet.leben@gmail.com bei Mir.

Von Herzen alles Gute für Dich

Claudia

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